Die  Wassermaid 

Der Brunnen  auf dem Marktplatz

ein Text von Bernd Felgenträger

Inhaltsverzeichnis

Frühjahr 1938

Reichsweite Aktion: „Verschönerung des Stadtbildes“, daraus folgend ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung Schöningens, ein Brunnendenkmal zu errichten.

Eine eingesetzte Denkmalkommission entschied, dass eine Wasserträgerin zur Erinnerung an die vielen Frauen, die im Stadtbild gegenwärtig waren, dargestellt werden sollte.

Der Architekt Kellner in Helmstedt fertigte einen Entwurf, der allerseits Zustimmung fand.

Mai 1938

Anfertigung eines Gips Modells unter Leitung von Theo Schmidt – Reindahl,

Leiter der Steinmetzschule Königslutter durch Pillipp Ohlbrich.   

Weitere Figuren von T. Schmidt – Reindahl sind die Hygia vor dem Gesundheitsamt am  Elzweg in Helmstedt sowie die Spinnerin am dortigen Heinrichsplatz.

In Schöningen im Wallgarten findet sich noch die von ihm gefertigte Figur des Salzträgers.

Das Wassermaidmodell wurde im Geschäft Dobberkau, bronzefarben bemalt, der Bevölkerung präsentiert.

Sommer 1938

Anfertigung eines 1:1 Holzmodells und Durchführung verschiedener Stellproben im August 1938, so auch vor dem Rathaus und der Durchfahrt zum Brauhof.

Da bereits im Winter 37/38 die zahlreichen Bäume vor dem Rathaus infolge der daraus resultierenden Verschattung der Amtszimmer gefällt worden waren, wählte man den nun freien Standplatz vor dem Rathaus aus.

Oktober 1938

Auftrag an die renommierte Eisen –  und Bronzegießerei Lauchhammer im gleichnamigen  Ort im heutigen Landkreis Oberspreewald-Lausitz.

7. April 1939

Einweihung des Wasserträgerinnenbrunnens durch den Bürgermeister Dr. Scheifele.

7. Oktober 1955

Aufstellung eines neuen Brunnenbeckens, jetzt in runder Form, da der ursprüngliche eckige Brunnenkörper in Folge starken Wasserverlusts nicht mehr genutzt werden konnte.

Frühjahr 1959

Anbringung von Blumenkästen am Brunnendenkmal.

Sommer 1995

Änderung des Standplatzes des Brunnens auf den heutigen Platz im Zuge der Neugestaltung des Marktgeländes und Errichtung eines Geschichtsbrunnens im Westbereich. 

Geschichte der Eimer

Zu bemerken ist noch die Geschichte der Eimer.

Bereits vor langer Zeit sind die originalen Eimer gestohlen worden. Zwar waren sie während des WK II eingelagert, dennoch wurden infolge Diebstahl Nachbauten aus Kupfer gefertigt, die jedoch auch immer wieder Dieben zum Opfer fielen

Dieter Valentini aus Hoiersdorf fertigte in den 90 er Jahren zwei schöne Eimer aus Kupfer, von denen auch einer entwendet wurde. Das zweite Exemplar ist heute in der Wassermaid Vitrine im Heimatmuseum zu sehen. Daraufhin wurden seitens der Stadt zwei Holzeimer montiert, die jedoch infolge der Größe nicht den originalen Eimern entsprachen. Da die Lackierung zudem deutlich von der heutigen Farbe der Figur abwich, erfolgte hier eine Nachbesserung durch den Heimatverein.

Durch Witterungseinflüsse kam es jedoch zu einer Zerstörung der Eimer, sodass diese wiederum durch Holzeimer, diesmal kleiner ( 5 ltr. ) passend zur Größe der Figur, ersetzt wurden.

Es zeigte sich, dass die Holzeimer sehr schnell Schaden nehmen, sodass nunmehr seit 2023 Edelstahleimer, farblich angepasst, montiert sind. Der Vorschlag an die Stiftung Scahaninghi, der Maid passende Bronzeimer zu beschaffen, wurde nicht angenommen.

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